Auf den ersten Blick erinnert das Kinderhaus an ein Märchenschloss: Türmchen, Kuppeln und Erker wechseln sich ab mit geschwungenen Fronten und luftigen Brücken. Vor allem bunt schaut alles aus. Bunt und fröhlich. "Wir wollten keinen Container-Kindergarten. Alles soll weich, freundlich und farbig sein. Wenig Stahl und Glas, denn alles soll Geborgenheit vermitteln".
Kleinere und größere Räume sowie Höhlen sollen den Kindern die Möglichkeit zum Rückzug und zum Kuscheln bieten. Beim alten Kindergarten in der Munckerstraße lag einiges im argen: Raumgröße, Sanitärausstattung, Wärmedämmung und Haustechnik entsprachen nicht mehr den heutigen Standarts. "Das Grundstück ist nicht üppig, aber mit seiner ausgefallenen und durchdachten Architektur und Gestaltung ist das Bayreuther Kinderhaus einzigartig in Bayern", erklärt Architekt Greim. Die Kosten für das Projekt beliefen sich auf rund 1,5 Millionen Euro. Ein normaler dreistufiger Regelkindergarten kostet im Durchschnitt rund 1,2 Millionen Euro. Die Mehrkosten entstanden alleine durch die zusätzlichen Funktionsräume über die das Kinderhaus verfügt. "Wir bauten ohne Chemie mit ganz einfachen Mitteln. Wir haben auch gebrauchte Teile, wie beispielsweise Musterfenster, benutzt", meint Greim, der auf eine 30-jährige Erfahrung im Bau von Kindergärten zurückblicken kann. Baubeginn war im Sommer 2005, der Einzug war dann im Januar 2008.
Auch über die Innengestaltung hat sich Greim Gedanken gemacht: Auch hier ist die Spannung zwischen Glas und den geschlossenen Flächen berücksichtigt werden. "Die Kinder brauchen einen Platz, wo sie sich hineinkuscheln können. Innen und Außen muss alles aus einem Guss sein. Es darf nicht übertrieben farbig sein, sonst kann der Mensch nicht atmen."