Wolfgang und Gudrun Wagner überreichten Scheck aus dem Erlös des Sonderkonzertes der Bayreuther Festspiele
Nordbayerischer Kurier
Von Gert-Dieter Meier
Für Maria Salosnig war gestern schon Weihnachten: Festspielleiter Wolfgang Wagner höchstselbst überbrachte ihr nämlich einen Scheck über 85.604,47 Euro für das Kinderhaus Bayreuth. Es handelt sich dabei um den Erlös eines Sonderkonzertes der Mitwirkenden der Bayreuther Festspiele im Sommer in der Oberfrankenhalle.
Der kleine Max (6) war sichtlich guter Laune. Gewinnend lächelnd reichte er gestern um 11.30 Uhr jedem Erwachsenen die Hand, der die Tür zum Kindergarten in der Munckerstraße passierte. Und das waren einige. Festspielleiter Wolfgang Wagner nebst Ehefrau Gudrun, Friedgard Irlbach-Halter von der Hypo-Vereinsbank München, der Evangelische Dekan Hans Peetz, Uwe Mahnert (Leiter Diakonie), Architekt Karl-Heinz Greim, Medienvertreter, Banker, Festspielmitwirkende, Leute von Diakonie und Kirche.
Der Grund für den Ansturm der „Großen” bei den „Kleinen”, die gerade Lieder sangen und Geburtstagskuchen genossen, war ein überaus erfreulicher: Eine außergewöhnliche Scheckübergabe nämlich. Im Sommer dieses Jahres fand in der Oberfrankenhalle ein großes Gedenkkonzert zu Ehren von Cosima, Siegfried und Winifred Wagner statt. Fünf Dirigenten, Chor und Orchester der Bayreuther Festspiele sowie zahlreiche Solisten verwandelten die Mehrzweckhalle in einen Konzertsaal. Der schöne Nachklang zu diesem kulturellen Großereignis: Der Reinerlös sollte einem sozialen Zweck zugute kommen. Nach den Worten von Wolfgang und Gudrun Wagner haben sich die Mitwirkenden dieses Sonderkonzerts einstimmig darauf verständigt, das Geld für das Kinderhaus bereitzustellen. Und zwar speziell zur Schaffung von Räumen für die Musikerziehung und -therapie. Stephan Schmidt, der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins Kinderhaus Bayreuth, stellte den Besuchern das Projekt vor, das vor einem Jahr erstmals in die Öffentlichkeit gebracht worden war. Es soll nicht ein „normaler Kindergarten” entstehen, sondern ein Kinderhaus, in dem Kinder bis zwölf Jahre Heimat finden. Als kleines Dankeschön für die großzügige Spende sollen zukünftig Kinder von Festspielmitwirkenden, die sommers in Bayreuth sind, in dem neuen Kinderhaus mit betreut werden.
Bleibender Wert
Gudrun Wagner betonte, dass es ihr eine „ganz besondere Freude” sei, das Geld für diesen guten Zweck spenden zu können. Und Friedgard Irlbach-Halter von der Hypo-Vereinsbank München, die das Zustandekommen dieses Konzerts ermöglicht hat, betonte, dass es der Bank stets eine große Genugtuung sei, „wenn wir etwas Sinnvolles, etwas Bleibendes” fördern können.
Bauträger des 2,15-Millionen-Projekts ist die evangelische Gesamtkirchengemeinde. Dekan Hans Peetz dankte herzlich für die großzügige Spende der Festspielmitwirkenden. Betrieben wird das Kinderhaus vom Diakonischen Werk. Nach den Worten von Karl-Heinz Greim, der für die verspielte Gestaltung und die architektonische Konzeption des Hauses verantwortlich zeichnet, sind die Bauanträge bei der Stadt eingereicht worden. Das Genehmigungsverfahren läuft. Der Baubeginn soll im März 2005 erfolgen. Bis zur Fertigstellung des Kinderhauses in der Munckerstraße, die für Herbst 2007 geplant ist, werden die Kinder vorübergehend mit Containern vorlieb nehmen müssen, die auf dem NSB-Gelände aufgestellt werden sollen.
Maria Salosnig, Kindergartenleiterin und Vorsitzende des Fördervereins Kinderhaus, sagte auf KURIER-Nachfrage, dass das Vereinsziel es sollten mindestens 500.000 Euro gesammelt werden in erreichbare Nähe rücke. Unter der Voraussetzung, dass noch der eine oder andere Förderantrag bewilligt werde und einige weitere Spenden eingehen. Von einer Spende kann Salosnig noch sicher ausgehen: Ein Teil des Erlöses der KURIER-Gala der Köche am 11. Februar in der Stadthalle ist für das Projekt „Kinderhaus” reserviert. Der andere Teil soll dem Projekt „Skulpturenmeile” zukommen.